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    #1 (permalink)
Alt 30.08.2008, 21:58
*Chaosbraut* auf Bewährung ;o)
 
Benutzerbild von DieJulia
 
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Ausrufezeichen Freie Trauung - oder doch katholisch?

Huhu ihr Lieben ...

... nach dem megaaaa Sress was meine standesamtliche Trauung betraf versuche ich nun mir schon etwas früher Gedanken über meine "kirchliche" Trauung zu machen ....

So, und da habe ich doch gleich am Anfang ein Problem: Mein Freund ist mal so garnicht gläubig, er glaubt zwar an "etwas", aber nicht an einen Gott, wie die Kirche es immer preist ... ich selber habe auch einen Glauben, und ich nenne mein "etwas" auch Gott, aber ich glaube auch nicht so kirchlich-zeremoniell dran (ich hoffe ihr versteht was ich meine).

Nun fände ich es eigentlich blödsinnig, uns katholisch trauen zu lassen ... aber gleichzeitig sollte ja eigentlich unsere Tochter bei der Trauung getauft werden ... und zwar katholisch ... *denk* ... also doch katholisch trauen lassen ????

Aber wieder eigentlich wollten wir unsere Trauung sehr persönlich und individuell gestalten können, evtl. auch im Freien ... das geht ja bei einer katholischen Trauung wieder nicht ....

Kann man denn bei einer freien Trauung auch richtige christliche Elemente mit einbauen lassen? Ich denke eine Taufe geht nicht oder?

Oder sollen wir morgens katholisch taufen und dann Mittags frei trauen????

Ahhhh .... habt ihr eine Idee? Manchmal sieht man einfach klarer, wenn man mal 2, 3, 4 oder gaaanz viele Meinungen hört

LG und danke schonmal
Julia
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    #2 (permalink)
Alt 31.08.2008, 09:58
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huhu julia,

hm, darf ich mal fragen, warum ihr überhaupt taufen lassen wollt wenn ihr beide sagt, ihr seid nicht kirchen-gläubig? also ich hab das jetzt so verstanden, dass du zwar an etwas glaubst, aber eben nicht an die kirche bzw an das, was die kath. kirche so vertritt, oder?

bei mir ist das so, ich glaube auch, aber nicht an die kath. kirche, darum bin ich vor ein paar jahren ausgetreten, bei meinem bald-mann ist es genau das gleiche und darum werden wir weder kirchlich heiraten noch unser kind taufen lassen. sollte unser sohn irgendwann einem kirchlichen verein beitreten wollen, kann er sich ja taufen lassen...soweit die theorie.

da es aber höchstwahrscheinlich hier im kreuz-katholischen bayern beim eintritt in den kindergarten bzw in die schule probleme geben wird, werden wir ihn vielleicht doch noch taufen lassen (müssen), einfach ums ihm etwas leichter zu machen eigentlich schon doof, dass es in der heutigen "ach so toleranten" gesellschaft noch keine wirkliche religionsfreiheit gibt

ok, soweit offtopic, zurück zu deinem problem

wieso tauft ihr eure tochter nicht einfach so mal, wie wärs z.b. an ihrem namenstag?

dann könnt ihr nächstes jahr an eurem hochzeitstag euch frei trauen lassen ganz ohne stress oder hat das eine tiefere bedeutung dass beides an einem tag sein soll?
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    #3 (permalink)
Alt 31.08.2008, 11:27
*Chaosbraut* auf Bewährung ;o)
 
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Huhu kleine Fee ...

eben das, was du über die "ach-so-tolerante" Gesellschaft geschrieben hast veranlasst mich dazu, unsere Tochter taufen zu lassen. Außerdem habe ich auch das Gefühl, dass einem ohne Taufe etwas fehlt ...

Das wie beides an einemm Tag machen wollten hat einfach nur einen praktischen Grund: da unsere Freunde und Verwandten alle weit auseinander wohnen ist es immer sehr schwierig, alle auf einen Haufen zu kriegen ... und hinzu kommt ja auch, dass sich einige nicht so vertragen ... so meine Mutter und meine Großeltern z.B. .... da erscheint es mir für weniger stressig, wenn sie nur 1x aufeinandertreffen ...

Aber die Kleine könnte auch evangelisch werden, wie ihr Papa .... würde sowas mit einem freien Pastor gehen ??? Eher nicht oder?

LG Julia
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    #4 (permalink)
Alt 31.08.2008, 11:37
Halbjahresbraut
 
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Julia, was ist denn wenn ihr die Taufe nur im engsten Kreis der Familie feiert. Also nicht noch Freunde und Co. Die Kleine hat da nicht viel von und kennt sie ja so nun nicht.

Eine Taufe ist hier bei uns z.B. schon wichtig. Habe es schon von vielen Freunden mitbekommen, die selber nicht getauft waren oder auch ihre Kinder.
Da kriegt man schlechter einen Job im KH (zum Beispiel) oder einen Kindergartenplatz.

Wie das mit einem evangelischen Pfarrer aussieht weiß ich leider nicht.
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    #5 (permalink)
Alt 31.08.2008, 13:05
Ewigkeit
 
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Schau mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Taufe#K....A4ubigentaufe

Ich finde eine Taufe sehr wichtig, es ist shließlich eine Segnung die Schutz bringt.

Schreibe mal einen freien Theologen an:
http://www.agft.net/de/freie-trauungen

Ich kenne mich da nicht so aus, aber ich kann mir nich vorstellen, dass ein freier Theologe taufen kann, welcher Religion soll man dann angehören.
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Glaube mir, ohne Dunkel gäbs kein Licht, Daniel Wirtz
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    #6 (permalink)
Alt 31.08.2008, 13:35
*Chaosbraut* auf Bewährung ;o)
 
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Habe jetzt mal einen freien Theologen angeschrieben ... mal sehen was er dazu sagt.
Werde euch Bericht erstatten
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    #7 (permalink)
Alt 31.08.2008, 14:13
Aprilbraut - kein Scherz ;)
 
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Es gibt ja auch richtige Pfarrer, die "auswärts" trauen also warum nicht mal da nach ner Taufe fragen.

Aber mal ehrlich: wenn euch der Segen für euer Kind wichtig ist, warum dann nicht auch für eure Ehe? Das hat ja nicht nur praktische Gründe.

Ich bin übrigens auch nicht getauft - gleiches gilt für meinen Bruder - wir hatten nie Probleme bei irgendwas bisher.
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"Es gibt viel mehr Leute, die freiwillig aufgeben, als solche, die echt scheitern!" Henry Ford

"Am Ende wird alles gut! Wenn nicht alles gut ist, ist es nicht das Ende!" Irgendwo gelesen
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    #8 (permalink)
Alt 31.08.2008, 23:26
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Hallo,

als freier Theologe möchte ich mal darauf antworten. Da die Taufe ein Sakrament ist und die Mitgliedschaft in einer Kirche begründet, ist sie nach dem Kirchenrecht (kath. und ev.-luth) an die Ordination gebunden. D.h., eine Taufe kann nur von einem ordinierten Pastor durchgeführt werden. Freie Theologen sind nicht ordiniert oder haben (wie ich) ihre Ordination abgelegt.
Die Segnung des Kindes ist wiederum nicht an die Kirche gebunden, weil weder der Glaube, das Gebet oder auch der Segen an die Kirche gebunden ist. Eine solche "freie" Taufe ist genauso wirksam wie die "kirchliche" Taufe, begründet allerdings keine Kirchenmitgliedschaft. Is klar, ne?

Bei der Trauung sieht es etwas anders aus. Die Trauung ist in der ev. Kirche kein Sakrament und daher in keiner Weise rechtswirksam. Weder innerhalb der Kirche, noch ausserhalb. Es ist eigentlich auch keine Trauung (das darf nur das Standesamt!!!), sondern ein Gottesdienst anläßlich einer Trauung (die auf dem Standesamt erfolgt ist.)
Bei der kath. Kirche ist es noch wieder anders. Dort ist die Trauung ein Sakrament und damit zumindest innerhalb der Kirche rechtswirksam.

Juristisch stehen die sogenannte kirchliche und die freie Trauung also auf einem Level - nämlich gar keinem!

Ich hoffe, das hilft!

LG

Harry Flatt-Heckert
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    #9 (permalink)
Alt 01.09.2008, 07:07
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Lieber Harry Flatt-Heckert,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Soweit habe ich alles verstanden. Ich möchte schon, dass unsere Tochter "richtig" getauft wird, d.h., sie sollte schon einer Kirche angehören. Wenn eine solche Taufe an die Ordination gebunden ist, muss man eine solche Taufe wohl auch in der jeweiligen Kirche machen oder? Es geht also nicht, einen ordinierten Pastor beispielsweise in eine kleine Kapelle zu "bestellen"?

Ich bin da nun wirklich in einem kleinen Gewissenskonflikt ... oder soll meine Tochter später selber mal entscheiden können, ob die evangelisch, wie der Papa oder katholisch wie die Mama werden möchte? Und sie erhält nun "nur" eine freie Segnung, denn eine Segnung ist mir schob extrem wichtig, weil ich schon gläubig bin .. ich glaube halt nur nicht so richtig kirchlich ...

Dann würde sie später, wenn sie evangelisch oder katholisch werden möchte doch nochmal eine "richtige" Taufe bekommen oder?
Bekommt sie da nicht Schwierigkeiten in der Schule, wenn sie "nix" ist???

LG Julia
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    #10 (permalink)
Alt 01.09.2008, 07:19
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Hallo Julia,

wie gesagt, der Segen ist nicht an die Kirche gebunden. Das hat mit Schutz, wie emotionalperson schreibt, nichts zu tun. Die Taufe gibt dem Kind keinen Schutz, wo vor auch? Sondern es hat damit zu tun, dass Gott deinem Kind sagt: Komme, was da wolle, ich bin an deiner Seite! Auch über Krankheit und Tod hinweg. (es heißt nicht, ich beschütze dich davor!). Und dieser Segen kommt von Gott und nicht von der Kirche (auch wenn jetzt einige Katholiken aufschreien mögen!)

(ähem und flüster): Gott ist auch nicht in der Kirche...

Repressalien oder Schwierigkeiten in der Schule brauchst du auch nicht zu fürchten, wenn dein Kind nicht getauft ist, es sei denn, du möchtest deine Tochter in ein katholisches Mädchenpensionat geben. Die Zeiten sind selbst in Bayern vorbei.

Ich würde mein Kind nur taufen lassen, wenn ich selbst voll hinter der Kirche, in die es hineingetauft wird, stehe und diesen Glauben auch praktiziere. Meine Kinder entscheiden das später einmal selbst. Und dennoch erziehe ich sie durchaus christlich (aber nicht kirchlich!)

Wenn du einen ordinierten Pfarrer findest, der dein Kind in irgendeiner hübschen kleinen Kapelle tauft, kannst du deine Tochter auch da "richtig" taufen lassen. Das hängt ganz von dem Pfarrer ab, der das machen soll. Der eine macht´s, der andere nicht. Da würde ich einfach mal eine Kapelle suchen und da dann nachfragen, wie es dort gehandhabt wird.

LG
Harry Flatt-Heckert
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    #11 (permalink)
Alt 01.09.2008, 09:29
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tut mir leid, julia, wenn ich dir jetzt in deinen thread so reinschreib aber muss das kurz loswerden:

das ist ja cool, das wusste ich nicht, man kann sein kind also segnen lassen, ähnlich einer freien trauung ohne dass es danach zu einem kirfchlichen verein gehört?

das is ja mal ne schöne neuigkeit, vielen dank harry flatt-heckert
darüber werd ich mich mal erkundigen hier in unserer gegend, so etwas fände ich total schön, das wär genau das richtige

wie gesagt, ich glaube ja schon auch, aber eben nicht so, wie es die (kath/ev) kirche vorschreibt

@julia: okay, das mit dem termin ist natürlich dann so eine sache bei euch, vielleicht wäre ja aber diese freie art der trauung und der taufe eine schöne alternative für dich?
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kleine-fee ist offline   Mit Zitat antworten
    #12 (permalink)
Alt 01.09.2008, 10:50
Ewigkeit
 
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Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt...ich meinte ja die Zugehörigkeit und den Beistand...

@julia...meine Mama hat sich überigens erst ein halbes Jahr vor der Hochzeit taufen lassen, die erstkommunion empfangen und ist gefirmt worden.

Bei uns gibt es schon noch viel Berufe, wo man später keine chance hat: Erzieherin, Krankenschwester etc.
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    #13 (permalink)
Alt 01.09.2008, 10:57
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@ emotionalperson

das gilt aber nur für Berufe in kirchlich-diakonischen Einrichtungen. Für alle anderen Einrichtungen gilt das nicht.

Ich will hier auch niemandem die "richtige" Taufe madig machen. Im Gegenteil, man sollte nur wissen, was man tut - und warum man es tut.

LG
Harry Flatt-Heckert
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    #14 (permalink)
Alt 01.09.2008, 11:00
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Klar, nur bei uns gibt es solche Einrichtungen nur in krichlicher Trägerschaft und die Schulen auch.

Mir machst du das nicht madig...
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    #15 (permalink)
Alt 01.09.2008, 13:52
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hmm ... ich finde die informationen wirklich hilfreich ... es geht mir bei der Taufe um einen Segen Gottes, dass ich weiß, sie ist irgendwie aufgenommen ... jedoch muss dies nicht klassisch evangelisch oder katholisch sein ... ich bin genauso begeistert wie die kleine-fee über diese Infos ... ein Segen ohne die feste Bindung an eine Kirche ...

Aber wie ist das dann in den Papieren verzeichnet ... nur mal aus Neugier ... steht dann irgendwo "frei getauft" oder wird da garnichts dokumentiert?

Nochmals 1000 Dank für die Infos ... und ich denke wenn die Süße mal doch später evangelisch oder katholisch werden möchte, kann sie sich das später ja immernoch aussuchen, dass heißt ja nicht, dass sie nicht vorher schon glauben kann ...
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