Oh weh, ich merke grade, dass ich eine gruselige Trauzeugin gewesen bin bei meiner Schwester.
Mein Job beschränkte sich darauf, mit ihr zum zweiten Kleiderauswahltermin zu gehen (und mit einer Freundin von ihr) und den Junggesellenabschied zu planen (essen gehen, Bowling, Coctails), im Standesamt zu unterschreiben, beim Ankleiden zu helfen, in der Kirche die Blumen zu halten und auf der Party nett auszusehen und das Fliegennetz als Schleiertanz-Schleierersatz in der Hinderhand zu haben.
Ok, Blasenpflaster, Sicherheitsnadeln und Kopfschmerztabletten hatte ich auch am Mann und zusammen mit meiner anderen Schwester habe ich ein Kochbuchgeschenk organisiert.
Aber das war alles "nebenbei" zu regeln, ich bin in der Zeit umgezogen, habe einen neuen Job angefangen und dann 200km weit von ihr weg gewohnt.
Meiner Schwester hat all das gefallen, sie hätte auch nicht mehr gewollt.
Bei der Frage, wen man als TZ nimmt, spielt vor allem eine Rolle, was man erwartet.
Ich habe 3 sehr gute Freundinnen, keine davon kann ich meine "beste" nennen. Mit allen habe ich besondere "Schwerpunkte".
Ich werde aber weder die Freundin fragen, die es immer noch nicht geschafft hat, ihren Lebenstraum von Mann und 11 Kindern in die Tat umzusetzen noch die Freundin, die von der Ehe überhaupt nichts hält und meinen Freund dazu noch nicht mal wirklich leiden kann - auch wenn sie es immer anders sagen würde.
Sondern ich frage die Freundin, bei der ich weiß, dass sie ihn auch mag und die zwar selber schon 2 mal unglücklich verheiratet war, aber trotzdem noch den Glauben an die Liebe hat, wie ich sie auch sehe.
Die wird instruiert, dass ich keine Spiele wünsche und dann kann mein Hochzeitstag kommen, ohne dass ich befürchten muss, meinen Mann an den Beinen oder am Hintern erkennen zu müssen oder sowas

